Uriel Seibert ist 27 Jahre alt und frisch verheiratet mit Angela. Direkt nach den Flitterwochen startete er seinen Zivildiensteinsatz im Verein Schweizerisches Weisses Kreuz (SWK).

SWK: Wie war Dein Start in die Ehe? Und wie ist es nun nach vier Wochen?

Uriel Seibert: Die Flitterwochen waren sehr schön und haben uns beiden gutgetan. Nun ist wieder eine stressigere Zeit eingekehrt mit meinem Zivildienst, den diversen politischen Sitzungen und dem Studienstart von Angi.

SWK: Hast Du Dich auf das gemeinsame Eheleben vorbereitet und wenn ja, wie?

Jürg und Bettina Hürlimann haben mit uns einen Ehevorbereitungskurs durchgeführt. Sie sind ein erfahrenes Ehepaar und konnten uns viele Anregungen geben. Die gemeinsamen Gespräche erlebten wir als äusserst spannend und hilfreich.

SWK: Magst Du ein Beispiel geben, was konkret hilfreich war?

Angi und ich sind beide kommunikative Menschen und diskutieren gerne darüber, was uns beschäftigt oder was wir uns wünschen. Während der Ehevorbereitung erhielten wir durch das kompetente Mentorenpaar eine Aussensicht auf mögliche Konfliktfelder. Durch diese Gespräche sank die Hemmschwelle deutlich, um bei Konflikten Unterstützung zu holen.

SWK: Hast Du im Ehealltag bereits etwas erlebt, das in der Ehevorbereitung vorgängig thematisiert wurde?

Im Gespräch haben wir beispielsweise gemerkt, dass Angi das selbständige Wohnen ein grösseres Bedürfnis war als mir. Deshalb haben wir die Wohnung bewusst schon zwei Monate vor der Hochzeit gemietet, damit Angi darin wohnen konnte.

SWK: Gab es auch schon Dinge, die Du so nicht erwartet hättest und die Dich überrascht haben?

Es hat mich gefreut, wie gut es bis jetzt mit dem Kochen funktioniert hat und dass wir bisher noch nie den Pizza-Kurier benötigten.

SWK: Bei einer Heirat treffen zwei verschiedene Familienkulturen aufeinander. Sind Dir Dinge aufgefallen, wo Deine Frau und Du eine andere Prägung haben?

Hier muss ich zugegeben, dass ich das Thema Prägungen allgemein unterschätzt habe. Aber diese spielen im Alltag immer wieder eine Rolle, z.B. wenn es darum geht, wann die Küche aufgeräumt werden soll – sofort nach dem Essen, während des Kochens oder gar später.

SWK: Gab es während der Ehevorbereitung ein Aha-Erlebnis und wenn ja, welches?

Für mich war das Gespräch über Familienmodelle sehr ergiebig – mir wurde bewusst, dass wir mit der Wahl des Familienmodells entscheiden werden, wie viel wir von der Kindheit möglicher Kinder miterleben dürfen. Der Entscheid, in der Arbeit zu reduzieren und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, ist also ein bewusster Entscheid, um das Aufwachsen der Kinder mehr mitzuerleben. Das war mir vorher weniger bewusst.

SWK: Welche drei Dinge findest Du die Wichtigsten, damit eine Ehe tragfähig wird und gelingt?

Hier würde mich als Frischvermählter eigentlich mehr die Meinung erfahrener Paare interessieren. Momentan fasziniert mich die Aussage von Jesus über die Nächstenliebe sehr: Wir sollen unsere Nächsten lieben, wie uns selbst (Markus 12,31). Daraus folgen drei Punkte:

  1. Sich so zu verhalten, dass es einfach wird, sich selbst lieben zu können
  2. Andere als von Gott geliebte Geschöpfe zu verstehen, welche unsere Liebe verdienen
  3. Sich so zu verhalten, dass es anderen leichtfällt, uns zu lieben.

SWK: Uriel, vielen herzlichen Dank für Deine Offenheit. Wir wünschen Angela und Dir weiterhin gutes Gelingen beim Bauen Eurer Ehebeziehung. Vielen herzlichen Dank für Deinen Einsatz im SWK!


Interview: Elisabeth Skottke


0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.