Im September moderierte der Sexualpädagoge Matthias Bischofberger in Bern eine Ethik-Diskussionsrunde mit 35 Leitern und Leiterinnen von Jugendgruppen der Heilsarmee. Ziel der Weiterbildung ist, dass sich die Teilnehmenden der eigenen Prägung bewusster werden und mehr Klarheit darüber erhalten, welche anderen Vorstellungen und Argumente es zum Thema gibt.

Junge Menschen beschäftigt das Thema «Beziehung, Liebe und Sexualität» und Fragen dazu brennen ihnen unter den Nägeln. Wenn Teenager und Jugendliche eine gute Beziehung zu ihren Eltern, Lehrpersonen oder Jugendgruppenleitenden haben, möchten sie deren Meinung dazu kennen. Bei Teenagern äussert sich dieser Wunsch nach Wissen oftmals nicht mit einer wohlformulierten Frage. Der Wunsch kann durch eine indirekte Anspielung zum Ausdruck kommen oder er zeigt sich durch eine provokative Aussage oder Verhaltensweise.

Die erwachsenen Bezugspersonen reagieren idealerweise nicht erst auf eine Provokation, sondern sie bieten den Jugendlichen einen Rahmen an, in dem sie das brisante Thema besprechen können. Susanna Aerne, Bildungsleiterin meint: «Es ist sinnvoll, die Meinungsbildung zu diesem Thema nicht dem Zufall, den Kollegen, der Werbung oder dem Internet zu überlassen, sondern das Gespräch anzubieten.»

Dies ist jedoch leichter gesagt als getan. Denn oftmals sind die Erwachsenen selbst unsicher, wie diese Themen auf sorgfältige und positive Art besprochen werden können. Matthias Bischofberger sagt: «Unsere Erfahrung zeigt, dass Jugendgruppenleiter solche Gespräche ermöglichen und auf gute Art führen möchten. Gleichzeitig sind sie persönlich herausgefordert. Sie fragen sich, welche Meinung sie eigentlich selbst haben und wie sie die Fragen beantworten sollen.»

Mit der Ethik-Diskussionsrunde bieten wir Leitern die Möglichkeit, die eigene Prägung zu reflektieren und zu einer eigenen Überzeugung zu gelangen. Im angeregten Austausch können sie Argumente und Ansichten formulieren. Andy, Jugendsekretär der Heilsarmee, gab uns eine Rückmeldung zur Ethik-Diskussionsrunde: „Es hat mir geholfen, verschiedene Ansichten und Standpunkte zur Thematik zu erkennen, persönlich zu ordnen und zu verstehen. Ich freue mich auf die weiteren Diskussionen, welche durch den Besuch dieser Ethik-Diskussion angeregt und initiiert wurden.»

Damit Jugendgruppenleiter/innen die innere Sicherheit und fachliche Kompetenz erhalten, um mutig das heikle Thema anzusprechen, bietet das Schweizerische Weisse Kreuz Weiterbildungen an. Falls Sie für Ihre Jugendleitenden im kommenden Jahr eine Ethik-Diskussionsrunde anbieten möchten, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie unsere Bildungsleiterin susanna.aerne@swk.swiss oder per Telefon 062 767 60 00.


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